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Schwangerschaft

Als ich das erste mal in meinem Leben einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt, da war das ganz anders, als ich es mir jemals vorgestellt hatte. Mein Herz begann wie wild zu klopfen, meine Gedanken begannen so eine Art Achterbahnfahrt, und mein Verstand setzte zunächst aus. SCHWANGER!

Da war ein Kind in mir. Und in wenigen Augenblicken offenbarten sich mir tausende von Konsequenzen. Ein Kind, für welches ich ab nun die Verantwortung tragen würde. Da war nicht nur Glück, da kamen auch Ängste. Im Grunde war ich in so einer Art Schockzustand und ich brauchte eine ganze Weile, um mein Leben neu zu sortieren. Ja, und es gehörten auch Gedanken dazu, wie: Bekomme ich dieses Kind?

Als mein Herz siegte, begann die eigentliche Schwangerschaft. Doch auch jetzt blieben die ambivalenten Gefühle. Da keimte die Liebe für dieses Kind und gleichzeitig stellte ich mir hundertausend Fragen. Kann ich eine gute Mutter sein? Bin ich solch einer Aufgabe schon gewachsen? Ist mein Leben nicht doch noch zu chaotisch?

Ich stellte noch etwas fest: Ich versuchte, mich in dieser neuen Rolle zu platzieren. Und ich war erstaunt, wie viel negatives ich doch auch mit dieser Rolle verband. Emotional fühlte ich mich aus meiner Empfindung, eine attraktive Frau zu sein, herauskatapultiert. Ich gehörte nicht mehr nur mir selbst, sondern ich wurde zu so einer Art Instanz, und ich war mir nicht sicher, ob mir das wirklich gefiel. Dieser Prozess der Neufindung begleitete mich durch die gesamte Schwangerschaft hindurch.

Heute bin ich fest davon überzeugt, dass all diese negativen Gedanken nur deshalb so viel Gewicht hatten, weil ich mich gegen sie sträubte und sie auch bewertete. Meine Vorstellung von Schwangerschaft waren immer wesentlich romatischer gewesen und denen hätte ich nur zu gerne entsprochen.

Meine zweite Schwangerschaft kam dieser Romantik schon wesentlich näher. Auch kannte ich bereits die Achterbahn der Gefühle und konnte viel besser damit umgehen. Nicht zuletzt lag das vielleicht auch daran, dass ich einfach elf Jahre älter war und mit meinem ersten Kind einen intensiven Prozess durchlaufen hatte. Ich heilte in dieser Schwangerschaft auch alte Wunden.

So richtig schön wurde es mit unserem unerwarteten Nesthäckchen. Bereits 40 Jahre alt und mit dem Mutter sein längst ausgesöhnt genoss ich in vollen Zügen und gönnte mir nach der Geburt eine echte Auszeit von drei Monaten.

 

 
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